Risiken für Franchise-Nehmer

In meinem letzten Artikel habe ich auf die Probleme beim Besitzerwechsel des Franchisegebers hingewiesen, hier meine persönlichen Erfahrungen.

Unser Bauunternehmen hatte zwei Franchise-Partner, einen davon im Stahlhallenbau und wir waren durchaus erfolgreich. Wir konnten uns vor allem gegen einen ähnlich operierenden Wettbewerber unseres Franchisegebers gut behaupten.

Allerdings war der Franchisegeber insgesamt nicht so erfolgreich und die amerikanische Muttergesellschaft entschloss sich sehr kurzfristig das Unternehmen an die Konkurrenz zu verkaufen.

Damit schien sich aber für uns zunächst nur wenig zu ändern:

Der Franchisegeber wurde unter dem alten Namen zunächst fortgeführt, allerdings wurde die Vertriebsbetreuung und die technische Beratung sehr schnell von Mitarbeitern des neuen Eigentümers übernommen und gewachsene Kontakte dadurch sehr schnell gekappt.

Dies führte zunächst im technischen Bereich zu einem erhöhten Aufwand, dann auch im Vertrieb.

Doch viel gravierender war, dass die Preise deutlich angehoben wurden, da ja ein wichtiger Konkurrent ausgeschaltet war.

Eine fatale Fehleinschätzung, denn jetzt waren die örtlichen und regionalen Stahlhallenanbieter mehr als nur wettbewerbsfähig, doch das merkten wir als Franchisenehmer sehr schnell und nur mit langer Verzögerung auch der Franchisegeber.

Das Produkt im Franchise-System

Wenn Sie sich für ein Franchise-System entscheiden, dann achten Sie sicher darauf, dass das Produkt in Ausstattung, Qualität und Preis zumindest marktfähig, wenn nicht führend ist.

Doch das ist immer eine Momentaufnahme und dies kann sich nach kurzer Zeit oder auch nach einigen Jahren ganz anders darstellen, wenn der Franchisegeber sich auf seinen (vielleicht) vorhandenen Lorbeeren ausruht und die Weiterentwicklung verschläft oder nicht finanzieren kann oder will.

Dies kann durchaus passieren, denn der Franchisegeber erhält kaum noch direkte Kundenwünsche vermittelt, sondern bestenfalls gefiltert durch seine Franchisenehmer, die oft mit dem Kundenwunsch verbrämte eigene Vorstellungen verwirklicht haben möchte.

Um der Gefahr „mangelnde Marktnähe“ zu begegnen, reicht die Information an einen regionalen Betreuer des Franchisegebers nicht aus, die Vorstellungen der F-Nehmer müssen in einem Art F-Nehmer-Beirat verdichtet werden und dieser Beirat muss sich in regelmäßigen Abständen mit der GL ders F-Gebers beraten und abstimmen.

Ist ein solches Gremium im F-Vertrag nicht vorgesehen, dann wäre mir persönlich das Risiko zu groß und ich würde mir einen anderen Partner suchen.

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