Wie „organisiert“ man Qualität? (1)

Die Vermutung, dass wenn alle das Beste geben, auch Qualität herauskommen muss, entspricht häufig, aber nicht immer den Tatsachen.

Vor allem ist das Beste der einzelnen Mitarbeiter und der verschiedenen Unternehmen durchaus unterschiedlich und die Qualitätserbringung muss auch bei nur durchschnittlich qualifizierten Mitarbeitern sichergestellt werde. Außerdem sollte die enge Verflechtung verschiedener Gewerke und aufeinanderfolgender Leistungen berücksichtigt werden.

Daher sollte jedes Bauunternehmen über eine Organisation verfügen, mit der eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Erstellung eines Qualitätsproduktes gewährleistet wird. Dies kann z.B. eine bewährte und dokumentierte Aufbau- und Ablauforganisation – leider auch heute noch nicht in allen Unternehmen vorhanden oder gewünscht – sein oder ein ausgewiesenes Qualitätsmanagementsystem, das weit über das Erste hinaus geht und noch andere Aspekte wie z.B. Weiterbildung oder Dokumentation umfasst.

Beim Qualitätsmanagementsystem kommt dann fast automatisch die Frage nach dessen Zertifizierung, die über viele Jahre teilweise leidenschaftlich mit den verschiedensten Vorzeichen diskutiert wurde. Für kleine und mittlere Bauunternehmen bieten einige Landesverbände abgespeckte Versionen an, mit denen ebenfalls die Bemühungen der Unternehmen zu mehr Qualität beurteilt und teilweise bestätigt werden.

Heute kann man für den Baubereich feststellen, dass eine Zertifizierung nur bei wenigen Unternehmen – wenn überhaupt – zu einem Mehr an Aufträgen oder zu besseren Preisen geführt hat und, dass diesbezügliche – vor allem von Qualitätsmanagement-Beratern und Verbänden gemachte – Hoffnungen und Erwartungen enttäuscht wurden. Spricht trotzdem etwas für eine Zertifizierung bei einer anerkannten Stelle?

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