Wie „organisiert“ man Qualität? (2)

Für die Zertifizierung gibt es trotdem wichtige Gründe: Zum einen muss man sich im Unternehmen detailliert zu allen wichtigen Fragen und Aufgaben Gedanken machen und die für das eigene Unternehmen passenden Lösungen finden und dokumentieren, also den Rahmen schaffen, der Qualität ermöglicht. Zum anderen müssen sich die Mitarbeiter intensiv mit diesen Vorgaben und den Richtlinien beschäftigen und sie auch einigermaßen verinnerlichen. Last, not least verlangen die jährlichen (externen) Kontrollen oder Audits die erforderliche Konstanz in der Anwendung durch die Mitarbeiter.

Sicher könnte das auch durch interne Maßnahmen erreicht werden. Aber es zeigt sich immer wieder, dass eine externe Beobachtung und Beurteilung wirksamer ist, als interne, vor allem weil man im eigenen Unternehmen immer wieder mal ein Auge zudrückt oder Entschuldigungen akzeptiert, die eigentlich nicht akzeptiert werden dürften.

Unabhängig von einer möglichen Zertifizierung sollten Sie im Unternehmen auf jeden Fall eindeutig beschreiben, durch welche Maßnahmen Sie Qualität erreichen wollen und wie Sie sicherstellen, dass trotzdem aufgetretene Fehler und Mängel schnellstmöglich erkannt und beseitigt werden. Konkrete Maßnahmen zur Fehlervermeidung und zur Ursachenforschung können in Qualitätsteams oder -zirkeln diskutiert und dann in Handbüchern oder Detailsammlungen aufgelistet werden.

Im Zusammenhang mit dem so genannten „Scheunenurteil“ des BGH ist die Dokumentation der internen Regeln und Maßnahmen zur Mängelvorbeugung, -erkennung und -beseitigung von besonderer Bedeutung, um die dort beschriebene Verlängerung der Gewährleistung auf 30 Jahre ausschließen zu können.

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