Einführung in mein Fachbuch „Nachunternehmer-Management im Komplettbau“

Einerseits wird die Dienstleistung Bauen wird immer komplexer – viele Kunden erwarten heute mehr, viel mehr als nur die Erbringung einer reinen Gewerkeleistung –, andrerseits konzentrieren sich immer mehr Bauunternehmen auf ihre Kernkompetenzen und individuellen Stärken. Leistungsbereiche, die nicht lukrativ sind, werden aufgegeben.

Es gibt nur noch selten Gemischtwarenhandlungen, die alles im eigenen Unternehmen herstellen. Daher nimmt die Bedeutung der Nachunternehmer ständig zu und deren Leistungen übertreffen im Komplettbau die Leistungen des Hauptunternehmers bei Weitem, wenn dieser überhaupt noch eigene Leistungen erbringt und nicht nur als Generalübernehmer und Dienstleister tätig ist.

Dies gilt nicht nur im Hochbau, z.B. bei schlüsselfertigen Wohnhäusern oder Industrie- und Gewerbeanlagen, sondern vermehrt auch im Tief- und Straßenbau, wenn u. U. ganze Baugebiete von einem Unternehmen erschlossen werden oder Straßen komplett erstellt werden.

Im Sprachgebrauch werden für die Komplettbauer die unterschiedlichsten Bezeichnungen gewählt wie

  • Schlüsselfertigunternehmer
  • Generalunternehmer
  • Generalübernehmer
  • Komplettunternehmen
  • Totalübernehmer

Im Folgenden verzichte ich auf eine wissenschaftliche Begründung für die einzelnen Bezeichnungen, da dies nicht zielführend ist. Nur auf einen ganz erheblichen Unterschied – vor allem auch aus der Sicht der Kunden – zwischen Unternehmer und Übernehmer möchte ich kurz eingehen:

Der Unternehmer erbringt eigene gewerbliche Leistungen mit eigenen gewerblichen Mitarbeitern und zwar in erheblichem Umfang, der Übernehmer übernimmt in erster Linie Koordinierungs-, manchmal auch Planungsaufgaben, führt aber selbst nichts aus, sondern vergibt alle anstehenden Leistungen.

Allerdings vergeben manche Unternehmen auch solche Leistungen, die sie selbst erbringen können und agieren dann eigentlich als Übernehmer.

Eher juristisch gedacht, wird auch die Bezeichnung Hauptunternehmer verwendet, allerdings meist nur von Unternehmen, die nur wenige Gewerke vergeben, weil sie entweder vieles selbst ausführen oder weil sie nur teilfertige Leistungen, wie z. B. den erweiterten Rohbau erbringen.

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