Die „weichen“ Faktoren bei Nachträgen

 

Durch mein Nachtragsseminar angeregt, möchte ich eine sehr lange Pause beenden und Ihnen weitere Auszüge aus meinem Fachbuch vorstellen.

over Fachbuch über NachträgeObwohl die juristischen und sachlichen Gründe wichtig sind, darf man die menschliche Natur und die Befindlichkeiten der Beteiligten, vor allem auf der Auftraggeberseite, keinesfalls vernachlässigen. Um diese berücksichtigen zu können, sollen die Gründe für Nachträge näher untersucht werden. Dazu gehören u.a.

  • Fehler und Versäumnisse beim Auftraggeber und seinen Erfüllungsgehilfen (Architekt und Fachingenieure)
  • bei der Planung wurde etwas übersehen oder vergessen
  • es bestand noch keine Klarheit über die endgültige Nutzung
  • Fehler oder Unaufmerksamkeit bei Ausschreibung oder Plänen
  • bewusster Täuschungsversuch
  • Neue Erkenntnisse und Nutzungsänderungen nach Auftragserteilung

Beispiel

NutzuEin Unternehmen plante eine Büroaufstockung und gab dem Architekten nur den Gesamtflächenbedarf und die Raumnutzung an. Ein Generalunternehmer übernahm die Ausführung der Arbeiten und fragte nach der Auftragserteilung nach der genauen Nutzung und weiteren Details.Bei der Möblierung des großen Besprechungszimmers stellte sich heraus, dass es keine sinnvolle Lösung für die Bestuhlung der mehrmals jährlich stattfindenden Abteilungsleiterbesprechung gab, einige mussten sich immer mit dem so genannten „Katzentisch“ begnügen. Bei vorheriger Klärung der Teilnehmerzahl wäre problemlos eine sinnvolle Gestaltung des Raumes möglich gewesen.

 

 

  • Aber er erhielt die Auskunft, genau nach Plan auszuführen. Nachdem die Schrankwände und die abgehängte Decke montiert waren, wurde entschieden, welche Abteilung die neuen Räume nutzen sollte. Der Abteilungsleiter verlangte eine Vielzahl von Änderungen, die naturgemäß zu einer deutlichen Kostensteigerung führten.
  • In der Konzeptions- und Planungsphase wurde der möglichen Nutzung nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt.

Durch rechtzeitiges Nachdenken lassen sich solche Mehrkosten infolge Nutzungsänderungen deutlich minimieren.

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